Archiv für den Monat: April 2015

BT 2: „Aufprall“-Papier der Antifa Kritik & Klassenkampf FfM

Das Papier ist für die hiesige Diskussion vor allem unter drei Gesichtspunkten von Bedeutung:

1. Im Unterschied zum Thessaloniki-Programm von SYRIZA (Basistext 1) thematisiert es die Grenzen keynesianistischer Reformpolitik [*], ohne deshalb den Kampf um Verbesserungen bzw. Linderung im Bestehenden zu verwerfen (S. 5) – solange der Umsturz des Bestehenden nicht möglich ist. Dieser Gedanke wird in Basistexte 21 wieder aufgegriffen.

2. Im Unterschied zur Kategorie der „Mittelklasse“ in Thomas Seiberts „Plan A“-Papier (Basistext 10, S. 3 und öfter) thematisiert es die „eigenen Proletarität“ (S. 8) eines Großteils derjenigen, die sich – sei es, weil sie studiert haben oder mehr als Mindestlohn verdienen – als (linke) „Mittelklassen“ verstehen (und auch von vielen, die sich ihrerseits als „Unterklassen“, „Marginalisierte“ oder „echte Arbeiterklasse“ verstehen, als „Mittelklassen“ [ab]klassifiziert werden).

3. Das Papier macht – anknüpfend an das Sozialistische Büro (SB) der 1970er Jahre – einen eigenen, aus drei Elementen bestehenden Organisationsvorschlag (S. 19 – 21).

 

Der kommende Aufprall. Auf der Suche nach der Reißleine in Zeiten der Krise
– Strategische Überlegungen –

http://akkffm.blogsport.de/2015/04/02/der-kommende-aufprall/

 

vgl. https://linksunten.indymedia.org/de/node/139451

[*]S. 4: „Während die fordistische Regulation der kapitalistischen Vergesellschaftung als ein Klassenkompromiss gedeutet werden kann, in dem dieser Widerspruch durch keynesianischen Staatsinterventionismus prozessiert wurde, kann entsprechend das Scheitern des Fordismus in den 70er Jahren als ein Scheitern des Keynesianismus gedeutet werden. […]. Die ‚relative Prosperität der Arbeiterklasse‘ konnte nur kurz zugelassen werden und entpuppte sich als ‚Sturmvogel einer Krise‘ (MEW 24: 410).“