BT 24: Plan „I“ wie internationalistisch

Im Nov. 2015 veröffentlichten die drei europäischen Sektionen der Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale (FT-CI) – Clase contra Clase (Spanischer Staat), Revolutionäre Internationalistische Organisation (Deutschland) und Revolutionär-Kommunistische Strömung in der Neuen Antikapitalistischen Partei (Frankreich) – einen Vorschlag für einen Plan I („I“ wie internationalistisch): „Weder der pro-europäische Reformismus noch die verschiedenen Pläne B, noch der ‚Anti-Euro‘-Reformismus sind eine Alternative für Millionen von Arbeiter*innen, Frauen und Jugendlichen. Es ist notwendig, einen internationalistischen, klassenkämpferischen, antikapitalistischen und revolutionären Pol aufzubauen, der einen anderen Plan vorschlagen kann: einen Plan ‚I‘ wie internationalistisch. […]. Wir rufen die NPA und LO in Frankreich, Antarsya in Griechenland, die SWP und andere Gruppen der radikalen Linken in Großbritannien sowie alle Strömungen auf dem Kontinent, die sich antikapitalistisch verstehen, eine Alternative dieser Art zu diskutieren und zu organisieren. Dies richtet sich genauso an gewerkschaftlichen Strömungen oder Tendenzen, die sich weigern, zwischen dem Europa des Kapitals oder dem Rückzug auf die engen nationalen Grenzen zu wählen. Gemeinsam könnten wir sowohl gegenüber dem Europa des Kapitals und der Grenzen als auch gegenüber der Sackgasse des Plan B eine Bewegung für einen Internationalistischen Plan anstoßen. Um dem pro-europäischen Reformismus, dem linken Souveränismus und noch mehr der xenophoben extremen Rechten ihren Einfluss auf die Arbeiter*innen streitig zu machen.“

 

Für einen internationalistischen und klassenkämpferischen Plan: das Europa der Arbeiter*innen und der Massen

http://klassegegenklasse.org/fur-einen-internationalistischen-und-klassenkampferischen-plan-das-europa-der-arbeiterinnen-und-der-massen/

 

2 Gedanken zu „BT 24: Plan „I“ wie internationalistisch

  1. auf einer analytischen ebene ist das alles richtig. ich habe nur immer bei FT-CI-texten das gefühl, sie sagen zwar das richtige, aber sie tun recht wenig dafür, dass auch umzusetzen. wenn sie schreiben:

    „Wir rufen die NPA und LO in Frankreich, Antarsya in Griechenland, die SWP und andere Gruppen der radikalen Linken in Großbritannien sowie alle Strömungen auf dem Kontinent, die sich antikapitalistisch verstehen, eine Alternative dieser Art zu diskutieren und zu organisieren.“

    dann muss man da auch schon ein bisschen konkreter werden. denn alle genannten gruppen vertreten recht unterschiedliche programmatische positionen; und die setzen sich nicht einfach mal an einen tisch und reden nett miteinander, ob und wie man was zusammen machen kann.

    grob gesprochen kann man zwei unterschiedliche ansätze in der „radikalen linken“ unterscheiden:

    a) die einen glauben an eine möglichkeitkeit, innerhalb der bestehenden „Massenorganisationen“ eine „linksverschiebung“ durchsetzten zu können. beispiele wären CWI, marx21 und IMT

    b) die andere strömung geht von der notwendigkeit aus, sich unabhängig zu organisieren, ungeachtet der eigenen marginalisierung. beispiele wären RIO, SpAD, PSG, aber auch „parteien“ wie DKP oder MLPD

    mutatis mutandis könnte man diese zweiteilung auch für die „bewegungslinken“ festestellen. IL würde ich eher den „Massenparteien“ zuordnen, während UG eher den klassischen „autonomismus“ vertritt.

    das problem ist jetzt, dass diejenigen, die sich an den „Massenparteien“ orientieren (egal ob entristisch oder nicht-entristisch) sich niemals mit den unabhängig/autonom organisierten zusammentun werden, da es aus ihrer sicht eine form von „sektenpolitik“ darstellen würde.

    und die unabhängig-autonomen meistens ein konzept des linearen wachstums (der eigenen organisation) vertreten, was maximal „aktionseinheiten“ zulässt; sie haben aber kein konzept, WIE eine annäherung verschiedener gruppen tatsächlich (realistisch) stattfinden könnte.
    wenn sie von „umgruppierung“ sprechen, meinen sie immer die umgruppierung auf der grundlage ihres eigenen „vollen“ programms. und in der tat ist da der vorwurf des „sektenwesens“ nicht ganz unberechtigt.

    so lange dieses problem innerhalb der interessierten „linken“ nicht produktiv gelöst ist, solange sind solche aufrufe wie das obige der FT-CI nicht einmal das papier wert, auf dem sie gedruckt sind.

  2. L5I/ Red Flag/GAM auf der seite der EU? ich fasse es nicht:

    „In dem „Pro-Europa-Lager“ befindet sich der neue Vorsitzende der Labour-Party Jeremy Corbyn. Er lehnte die Verhandlungen zwischen Cameron und der EU ab, da sie eingewanderte Arbeiter*innen aus Osteuropa diskriminieren und tritt für den bedingungslosen Verbleib in der EU ein. Der Schwesterorganisation der Gruppe Arbeitermacht Red Flag kommt dabei eine besonders tragische Rolle zu: In ihrem Anpassungskurs an die neue Labour-Führung beschönigen sie deren Positionen und treten selbst für ein Ja beim Referendum ein. Zwar soll dies ihrer Meinung nach in Verbindung mit dem Kampf für ein sozialistisches Europa stehen, doch die Verbindung zwischen einer Stimme für die EU der Banken und Konzerne und dieser Perspektive ist nicht klar.“

    https://www.klassegegenklasse.org/brexit-mit-cameron-fuers-ja-oder-mit-der-ukip-fuers-nein/

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