…ums Ganze (UG)-Bündnis

S. 18: „Es bedarf […] einer Instanz, die außerhalb der kapitalistischen Konkurrenz steht, und die die Voraussetzungen dieser Konkurrenz schützt – und zwar gegen betrügerische und gewalttätige Vorgehensweisen, die durch die kapitalistische Konkurrenz selbst motiviert werden. Diese Instanz ist der bürgerliche Staat als Hüter des Rechts. Um Recht und Gesetz durchsetzen zu können, beansprucht er das Gewaltmonopol – das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit gegenüber allen Menschen und ökonomischen bzw. institutionellen Akteuren auf seinem Territorium.“

S. 40: „Es besteht also ein notwendiger Zusammenhang zwischen Staat und kapitalistischem Privateigentum, aber kein notwendiger Zusammenhang zwischen kapitalistischem Privateigentum und bürgerlich-demokratischer Staatsform. In der ruppigen Geschichte des Kapitalismus kam es immer wieder zu Formen freiwilliger politischer Selbstentmächtigung – so lange die neuen, antidemokratischen Kommandeure der Staatsgewalt nur die gefährdete Ordnung des Privateigentums schützten bzw. wiederherstellten. Solche Fälle offenbaren die ultimative Zweckbestimmung staatlicher Herrschaft ungeschminkt: die gewaltbewehrte Sicherung der kapitalistischen Akkumulation gegen deren eingeborene Tendenz zu Verwertungskrisen und Verteilungskämpfen (die mitunter ideologisch extrem verzerrt ausgetragen werden.)“

S. 32: „Die Art und Weise, wie auf solche Konjunkturschwankungen reagiert wird, ist Gegenstand sozialer Kämpfe. Das klingt rebellisch bis revolutionär, ist es aber selten genug. Denn auch soziale Kämpfe sind zunächst unmittelbar durch die staatlich garantierten Rahmenbedingungen der bürgerlich-kapitalistischen Vergesellschaftung geprägt. Ihre Hauptakteure – etwa Gewerkschaften und Unternehmerverbände – vertreten zunächst und zumeist Interessenstandpunkte, wie sie innerhalb der Logik des institutionell beaufsichtigten Verwertungsprozesses entstehen: Kämpfe um Anteile am Reichtum der Gesellschaft, nicht um die Art und Weise, d.h. die soziale (bzw. asoziale, nämlich private) Form, in der dieser Reichtum produziert und zugleich angeeignet wird.“

S. 105: „Natürlich wird man auch durch viel Theorie allein nicht zur Revolution kommen. Aber wer sich in seinem politischen Urteil nicht ständig blamieren will, der muss sich kritisch und unvoreingenommen mit den Strukturen dieser Gesellschaft beschäftigen.“

(http://umsganze.org/media/Staatstext_web.pdf)

„mit der Gewaltlosigkeit der bürgerlichen Demokratie [ist es] selbst nicht weit her, da gerade ihre Gewaltlosigkeit stets nur am Rockzipfel des staatlichen Gewaltmonopols hängt. Die bürgerliche Gewaltfreiheit ist insofern weniger als ein tatsächlicher Verzicht auf Gewalt ernst zu nehmen, sondern eher als Drohung, die ‚Ruhe und Ordnung‘ von Ausbeutung und Konkurrenz im Zweifelsfall mit aller Gewalt zu verteidigen. […]. Daher sollte eine antikapitalistische Bewegung darauf bestehen, dass weder Staatsgewalt noch Medien die Straßenverkehrsordnung für den Widerstand gegen die autoritäre Krisenpolitik zu bestimmen haben. Das heißt nicht, dass jede militante Aktion gut und jede Action nötig ist. Im Gegenteil setzt Militanz immer ein besonderes Maß an Verantwortlichkeit voraus und darf vor allem keine Unbeteiligten gefährden. Gerade deswegen ist aber das Strafgesetzbuch, das mit der kapitalistischen Eigentumsordnung stets auch Ohnmacht und Armut in Mitten von Reichtum absichert, ganz sicher kein Maßstab für antikapitalistische Aktionen.“

(http://umsganze.org/16-bis-19-5-fuer-ein-ende-der-gewalt-fight-capitalism-100/)