Netiquette

Netiquette für das Pläne-Diskussionsforum

Eine „Netiquette“ [1] heißt zwar nicht deshalb so, weil ihr Name vom deutschen Wort „nett“ herrühren würde (sondern Teile von „Internet“ und „étiquette“ [Verhaltens-/Benimmregel {2}] kombiniert) – trotzdem scheint uns jedenfalls ein Minimum an ‚Nettigkeit’ für den Austausch kontroverser Argumente nicht nur nicht abträglich, sondern sehr zuträglich zu sein – jedenfalls, wenn das Ziel ist, dass das jeweils beste (theoretische) Argument und der jeweils solideste (empirische) Beweis überzeugen sollen und nicht der Vorschlaghammer die entgegenstehende Überzeugungen beugen soll.

In diesem Sinne möchten wir uns erlauben, einige Verhaltensregeln für die Beteiligung an diesem Blog – die zu einer angenehmen Diskussionskultur, zur Verständlichkeit der Debatten und zur Erleichterung der Redaktionsarbeit beitragen sollen – zu formulieren.

Ziel und Ausrichtung der Diskussion

Der Blog soll als Diskussionsforum für radikale und revolutionäre Linke dienen.

Damit ist der Blog schon mal kein Nachrichtenportal (für Tagesaktuelles) – und die Diskussionen sollen sich darüber hinaus (noch spezifischer) auf grundsätzliche Fragen der Analyse der Lage sowie der Strategien (zur Veränderung der Lage) konzentrieren.

Wir möchten hier keine abschließende Definition der drei Ausdrücke „radikal“, „revolutionär“ und „links“ geben. Aber wir möchten einige Eckpunkte formulieren, die gewisse Ausschlüsse implizieren.

  • Diejenigen, die sich selbst als „Mitte“ oder „rechts“ oder „jenseits von“ oder „quer zu“ „rechts und links“ verstehen, dürften in aller Regel auch tatsächlich nicht „links“ sein und dürften wohl subjektiv auch kein Bedürfnis haben, hier zu schreiben.
  • Weitere Grenzen dessen, worüber hier diskutiert werden soll, implizieren die Ausdrücke „linksradikal“ und „revolutionär“.
  • Dabei fassen wir den Begriff „revolutionär“ eher eng – jedenfalls unterhalb von Zerschlagung des jeweils bestehenden Staatsapparates ist diesbezüglich mit uns nichts zu machen.
  • Den Ausdruck „linksradikal“ fassen wir dagegen – gemäß dem in den letzten Jahren üblich gewordenen – allgemeinen Sprachgebrauch sehr weit: Bezeichnete für Lenin „linker Radikalismus“ noch eine Haltung, die subjektiv revolutionär, aber – wegen sektiererischer Einstellungen – (seines Erachtens) objektiv nicht in der Lage war, einer (sozialistischen) Revolution näher zukommen, so trägt heutzutage selbst eine so eindeutig reformistische Organisation, wie SYRIZA, den Namen „Koalition der Radikalen Linken“.
  • Auch der außerparlamentarische Bewegungs-Reformismus hält vielfach allein schon sein Nicht-Beteiligtsein an Parlamenten für eine Rechtfertigung der – als Ehrentitel verstandenen – Charakterisierung „linksradikal“.
  • Wie in diesen Formulierungen sicherlich schon durchscheint, halten diejenigen, die diese Blog aufgesetzt haben, sich für entschieden „revolutionär“ – und/aber nicht „linksradikal“ (weder im leninschen noch im heutigen Sinne). Aber wir wollen hier auch mit Linksradikalen (beider Art: old school & new school) diskutieren, und wir würden uns auch über eine Erweiterung der Redaktion in diese Richtungen freuen.

Umfang und Anzahl der Beiträge

Damit

  • der Blog übersichtlich bleibt

und

  • Debatten auch für Menschen, die wenig Zeit haben, nachvollziehbar sind,

und

  • die Diskussion nicht von Wenigen dominiert wird, die die entsprechenden zeitlich bzw. ökonomischen Ressourcen oder die intellektuellen oder copy & paste-Ressoucen haben, schnell und viel zu schreiben,

gelten zunächst einmal folgende Regeln:

Alle, die hier Artikel und/oder Kommentare zu den Artikeln veröffentlichen wollen, müssen sich zuvor als BenutzerInnen registrieren (dies dient zum Einen dem Zweck, die Einhaltung der folgenden Regeln kontrollieren zu können, aber auch dem ganz banalen Zweck, die Spam-Quote unter den eingehenden Kommentaren zu reduzieren und ein Minimum an Ernsthaftigkeit des Interesses an Diskussionsbeteiligung vorauszusetzen).

Jede registrierte Person darf maximal einen Artikel beliebiger Länge pro Woche veröffentlichen. Dabei stehen wir eher auf ausargumentierte, längere Texte als auf bloße „Meinung“säußerungen. Außerdem sollte sich ein Artikel auf ein Thema konzentieren – und nicht endlos lang zu tausend Themen sein.

Auch die Menge der Kommentare pro Person pro Woche möchten wir beschränken – und zwar auf fünf. Und jeder dieser fünf Kommentare sollte nicht mehr als 5.000 Zeichen umfassen (also nicht der Umgehung der Zahl der zulässigen Artikel dienen).

Artikel und Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Die Redaktionsmitglieder sind aber nicht immer online, also kann die Freischaltung eines Kommentars oder Artikels etwas dauern.

Was wir nicht wollen

1. Wir wollen – wie schon gesagt – keinen Spam. Als Spam gilt Werbung, bspw. für Schuhe, Jacken, Valium und Viagra, egal ob Originalware oder Errungenschaften der Markenpiraterie.
Hinweise auf politische, sozial- und geisteswissenschaftliche sowie philosophische Bücher gelten nicht als Werbung. Erfolgen sie ohne Bezug zum jeweils diskutierten Thema, behandeln wir sie gleichwohl als Spam.
Als Spam gelten gleichfalls Kommentare, die – selbst wenn sie politische Aussagen enthalten – sich weder ablehnend, noch zustimmend noch weiterführend zu dem jeweiligen Artikel äußern. In Zweifelsfällen gilt: Meinungsäußerungen aus dem Spektrum „linksradikal und revolutionär“ gelten nicht als Spam; Meinungsäußerungen jenseits der politischen Grundlagen werden nur freigeschalten, wenn unsere Kapazitäten ausreichen, sie kritisch zu diskutieren und eine solche Diskussion uns lohnend erscheint, um für revolutionäre bzw. linksradikale Positionen zu überzeugen.

2. Wir wollen diese Blog frei von diskriminierende Äußerungen. Wir wissen aber auch, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen gibt, welche Äußerungen bspw. als sexistisch, rassistisch oder antisemitisch gelten. Wir setzen daher, in Bezug auf Grenzfälle eher auf das Mittel der Überzeugung und kontroversen Diskussion als auf das Mittel der Löschung (eine Netiquette kann erst noch zu erzielende Diskussionskonsens jedenfalls nicht vorwegnehmen, wenn eine unziemliche Vorab-Verengung des diskutierenden Spektrums vermieden werden soll – auch wenn dies anderen wiederum ein ziemliches Maß an Langmut abverlangt [was aber auch ein Problem, da seinerseits potentiell ausgrenzend, ist).
Dies gilt auch für Links: Verlinkungen zu diskriminierenden Texten, ohne diese kritisch zu kommentieren bzw. eine trigger-Warnung auszusprechen, werden nach vorgenannten Kriterien ggf. ebenfalls löschen.

3. Polemik, auch solche, die von den Kritisierten als ‚ungerecht’ empfunden wird, ist zulässig, z.B. auch die Bezeichnung von anderen DiskussionsteilnehmerInnen als „SozialdemokratInnen“, „ReformistInnen“, „LinkssektiererInnen“ oder „StalinistInnen“, auch wenn diese sich vielmehr als „AntikapitalistInnen“, „RevolutionärInnen“ oder „LeninistInnen“ verstehen, und es vielleicht sogar tatsächlich sind. Pathologisierungen und andere Beleidigung sind dagegen unerwünscht. Kommentare, die politische KontrahentInnen z.B. als „krank“ bezeichnen oder in anderer Weise pathologisieren, werden wir löschen. Das Gleiche gilt für Bezeichnungen wie „dumm“; ein scharfes Urteil über die vermeintliche intellektuelle Nicht-Qualität eines anderen Diskussionsbeitrages lässt sich auch ohne Verwendung derartiger Adjektive formulieren.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du die Redaktion hier erreichen:

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[1] „Unter der Netiquette (auch Netikette geschrieben; ein Kofferwort aus dem englischen net für das ‚Netz’ und dem französischen etiquette für die ‚Verhaltensregeln’), versteht man das gute oder angemessene und achtende (respektvolle) Benehmen in der technischen (elektronischen) Kommunikation.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette)

[2] „The French Court of Louis XIV at Versailles used étiquettes, ‚little cards’, to remind courtiers to keep off the grass and similar rules, hence the sense of ‚rule’.“ (https://en.wiktionary.org/wiki/%C3%A9tiquette) Diese Bedeutung(sausweitung) ist ihrerseits aus dem Kastilischen übernommen: „De l’espagnol etiqueta, lui-même repris du français au sens précédent et le sens de ‚cérémonial de cour (noté sur un formulaire)’ attesté en espagnol depuis Charles Quint“ (https://fr.wiktionary.org/wiki/%C3%A9tiquette#.C3.89tymologie)